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Shakespeare's "Ein Sommernachtstraum"

Musical von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig

Liebe lässt dich Tag behaupten
Mitten in der Nacht
Liebe macht aus Schreckgestalten
Wesen voller Pracht.
Wehe allen, die der Liebe glaubten.
Eigentlich kaum auszuhalten,
was die dumme Liebe aus uns macht.

(Original Songtext von Heinz Rudolf Kunze nach William Shakespeare)



Worum geht es in "Ein Sommernachtstraum"? Herzog Theseus plant während der Sommerzeit seine Hochzeit mit Hippolyta, der Königin der Amazonen.

Währenddessen flüchten zwei junge Verliebte vor der väterlich anders geplanten Verheiratung des Mädchens in einen Wald nahe bei - aber außerhalb des Machtbereiches von Athen - um dort ohne elterlichen Segen den Ehebund zu schließen. Fürst Theseus, selbst alles andere als ein Kostverächter – von seinem letzten Kriegszug hat er Hippolyta, die Amazonenkönigin, als Beute mitgebracht, und in zwei Tagen gedenkt er seinerseits mit ihr die Ringe zu tauschen - muss dem Vater schon aus Gründen der Staatsräson beipflichten und hat drakonische Strafen für töchterliche Eigenmächtigkeiten angedroht, was die Flucht doppelt notwendig macht. Ein weiteres Paar, selbst unglücklich einseitig sowohl ineinander als auch in einen der beiden anderen verliebt, macht sich ebenfalls auf den Weg in den Wald, wie magnetisiert den ersten beiden folgend. Und im Wald geht's nicht minder konfliktreich zu, denn dort gelten andere Regeln: Oberon, der Elfenfürst, hat Streit mit seiner Gattin Titania. Um sich voyeuristisch an ihr zu rächen, zettelt er mit Hilfe seines Adlatus Puck ein perfides Komplott an: Geheimnisvolle Kräuter bewirken, dass sich Titania im Wahn in den vorher zum Esel verzauberten Handwerksburschen Bottich verlieben muss, der dort mit seinen Kumpanen eigentlich nur ungestört ein Stück einüben wollte, um es auf der Hochzeit von Fürst Theseus aufzuführen. Die Dinge geraten außer Kontrolle, der Kräutereinsatz in homöopathischen Dosen wächst sich durch Fehler des gestressten Puck zum regelrechten Drogenmissbrauch aus – die vier jungen Leute aus Athen geraten mitten hinein in die Geisterintrige und verlieren dabei komplett den Boden unter des Füßen und die Herzen im Sekundentakt an die jeweils Falschen. Ein aufreibendes erotisches Großkampfmanöver findet statt – und so wie es die Beteiligten durcheinander wirbelt, bleibt dem Betrachter nur noch die heitere, aber auch abgründige Erkenntnis: Achtung, dies ist keine Übung. Liebe als urkomischer, ja als archaisch komischer Ernstfall.

Dass es ein Happy End gibt, dass jeder Topf den Deckel bekommt, den er für seine wahre Bestimmung hält, liegt nur daran, dass es dem Elfenfürsten und dem Herren der Athener Wirklichkeit so beliebt; beide wollen auf Dauer keinen Ärger mit ihren Königinnen und sind in Standesbeamtenlaune. Wehe, die Kräfte des Waldes wären in Aufruhr geblieben – das Beziehungstohuwabohu wäre nicht auszudenken gewesen. Oder, wie es die besonders gebeutelte Helena so treffend sagt: "Eigentlich nicht auszuhalten, was die dumme Liebe aus uns macht !"

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